Der Braunbrust-Igel

Bild Braunbrustigel

Aussehen:
Das Markenzeichen vom Igel ist sein stacheliges Kleid: rund 8000 Stacheln schützen den Igel vor Feinden. Sein Bauch ist dicht behaart. Ein erwachsener Braunbrust-Igel kann zwischen 800 bis 1500 Gramm wiegen, er ist also ungefähr so schwer wie ein Liter Milch. Er kann bis zu 28 Zentimetern groß werden. Wenn es der Braunbrust-Igel sehr eilig hat, kann er eine Geschwindigkeit von bis zu 3,5 Kilometer in der Stunde erreichen.

Auf den ersten Blick ist es gar nicht so einfach ein Weibchen vom Männchen zu unterscheiden. Sie sehen genau gleich aus, nur dass die Penisöffnung des Männchens ungefähr dort liegt, wo du den Nabel vermuten würdest, und die Scheide des Weibchens direkt vor dem After. 

Lebensraum:
Der Braunbrust-Igel versteckt sich gerne im Unterholz und im Gebüsch. Er braucht daher einen Lebensraum, in dem er genügend Ecken findet, in die er sich tagsüber zurückziehen kann. In einem riesen großen Feld, auf dem zum Beispiel nur Mais wächst, wirst du ihn wahrscheinlich nicht finden. Denn hier gibt es keine guten Verstecke und auch nicht genug Käfer, Würmer und Raupen. Die braucht er aber, um sich für den Winter eine dicke Fettschicht anfuttern zu können.
Oft lebt der Igel in der Nähe des Menschen. Mit etwas Glück entdeckst du ihn nach Anbruch der Dunkelheit in Parks und im Garten.

Lebensweise:
Der Braunbrust-Igel ist ein Einzelgänger. Er ist vor allem in der Dämmerung und bei Nacht unterwegs. Da es in der Dunkelheit nicht so wichtig ist gut sehen zu können, hat der Igel schlechte Augen. Dafür sind seine Nase, seine Ohren und sein Tastsinn umso besser. Sie helfen ihm, seine Beute und Artgenossen aufzuspüren.

Ernährung:
Der Braunbrust-Igel liebt es, sich den Bauch mit Laufkäfern, Ohrwürmern, Tausendfüßern, Schmetterlingsraupen, Regenwürmern und Schnecken vollzuschlagen. Bei Gärtnern sind Igel daher auch sehr beliebt, denn sie helfen ihnen Schnecken vom Salat fernzuhalten.
Pflanzen mögen Igel nicht. Nagt der Braunbrust-Igel an einem heruntergefallenen Apfel, dann hat er es vermutlich nicht auf die Frucht abgesehen, sondern eher auf die Würmchen oder die Schnecke, die auf dem Apfel sitzen.

Fortpflanzung:
Im Sommer sucht sich das Männchen ein Weibchen, um mit ihr Nachwuchs zu zeugen. Obwohl er so klein ist, läuft er manchmal kilometerweit, um die richtige Partnerin zu finden. Hat er ein Weibchen gefunden, so umkreist er sie stundenlang. Oft schnauft das Weibchen dabei laut. Diese Zeremonie wird daher auch „Igel-Karussell“ genannt. Dann paaren sich das Weibchen und das Männchen. Etwa fünf Wochen später bringt das Weibchen in ihrem Igelnest drei bis sechs Jungen zur Welt. Sie haben noch geschlossene Augen und Ohren. Bereits kurz nach der Geburt erscheinen die ersten Stacheln. Sie sitzen in ihrer aufgequollenen Rückenhaut, damit sie die Mutter beim Säugen nicht verletzen. Das Männchen kümmert sich nicht um den Nachwuchs. Nach drei bis vier Wochen verlassen die Jungen zum ersten Mal das Nest. Die Mutter säugt ihre Kinder noch bis zur sechsten Woche, dann sind die kleinen Igel selbständig und trennen sich von Mutter und Geschwistern.

Die meisten Igelbabys kommen im August auf die Welt, viele auch noch im September.


Alter:
Ein gesunder Braunbrust-Igel kann bis zu sieben Jahre alt werden, die durchschnittliche Lebenserwartung wird aber nur auf zwei bis vier Jahre geschätzt.


Feinde:
Wittert der Braunbrust-Igel Gefahr, rollt er sich blitzschnell zu einer Stachelkugel zusammen. So schützt er sich vor Feinden. Trotzdem schaffen es Uhus, Dachse, Marder, Füchse, Waschbären und Hunde geschwächte und kranke Tiere zu erbeuten. Am gefährlichsten ist für den Braunbrust-Igel jedoch der Mensch. Jedes Jahr werden hunderttausende Braunbrust-Igel auf der Straße überfahren, verenden in Netzen und Baugruben, sterben durch den Einsatz von Giften in Gärten, werden durch landwirtschaftliche Geräte, Rasenmäher und Laubsauger verletzt oder ertrinken in Gartenteichen mit steilen Ufern und Swimmingpools.


Wissenswertes:
Igel sind neben dem Stachelschwein die einzigen Stachelträger unter den Säugetieren in Europa. Beim Stachelschwein wissen die Forscher allerdings nicht, ob es natürlich in Südeuropa vorkommt oder eingeführt wurde. In Europa leben zwei verschiedene Igelarten: der Braunbrust-Igel und der Nördliche Weißbrust-Igel, beide gehören zu der Gruppe der Kleinohr-Igel. In Deutschland lebt nur der Braunbrust-Igel. 


Wusstest du, dass der Braunbrust-Igel ein Energiesparkünstler ist?
Den Winter muss er von seinen Fett-Reserven leben. Er holt nur noch drei bis viermal in der Minute Luft und sein Herz schlägt sehr langsam. Er setzt alle Körperfunktionen auf Sparflamme, um Energie zu sparen. So sinkt auch seine Körpertemperatur von 35° C auf 5° C  - das ist so kalt wie im Kühlschrank!