Die Zwergfledermaus

Illustration Zwergfledermaus

Aussehen
Die Zwergfledermaus ist so klein, dass sie mit angelegten Flügeln problemlos in eine Streichholzschachtel hineinpasst. Und mit ihren drei bis sieben Gramm wiegt sie gerade mal so viel wie ein bis zwei Stück Würfelzucker. Der kleine Fledermauskörper ist von einem kurzen, braunen Fell bedeckt, und die kleinen Ohren sind dreieckförmig. Die Flügel der Zwergfledermaus haben eine Spannweite von bis zu 24 Zentimetern. Die Zwergfledermaus gehört zu den Glattnasenfledermäusen.

Lebensraum
Die Zwergfledermaus ist eine Gebäudefledermaus. In den Städten und Dörfern der Menschen findet sie in Mauerspalten und hinter Fensterläden ein Quartier.

Ernährung
Die Zwergfledermaus jagt nachts, denn zu dieser Zeit hat sie weniger Konkurrenz. Kurz nach Sonnenuntergang verlässt sie ihr Quartier, um in der Umgebung von Gebäuden, in Park- und Gartenanlagen oder entlang von Straßen, Waldrändern und Waldwegen im Zickzackflug ihre Beute zu verfolgen. Am liebsten frisst sie Fliegen und Mücken, aber auch kleine Falter. Eine Fledermaus frisst jede Nacht eine Insektenmenge, die mindestens einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts entspricht. Schließlich muss ihre Speckschicht sie den ganzen Winter hindurch ernähren.

Fortpflanzung
Die Zwergfledermäuse paaren sich zwar schon im Spätsommer, doch erst im darauf folgenden Sommer, zwischen Mitte Juni und Anfang Juli, bringen die Weibchen ihre ein bis zwei Jungen zur Welt. In dieser Zeit wohnen sie zusammen mit ganz vielen anderen Fledermausmüttern und deren Nachwuchs in einem großen Quartier. Die nennt man Wochenstuben. Vier Wochen lang säugen die Mütter ihre Jungen, bis diese eigenständig Insekten jagen können. Im Oktober ziehen alle Zwergfledermäuse dann in ihre frostsicheren Winterquartiere um und verschlafen die kalte Jahreszeit. Wenn sie im März wieder aufwachen, sind sie ganz abgemagert und ausgehungert und machen sich schnell auf die Jagd nach den ersten Insekten.

Wissenswertes
Wenn die Zwergfledermaus nachts umher fliegt, stößt sie immer wieder kurze Rufe aus. An dem Echo, das ihre Umwelt zurück wirft, erkennt sie, was sie umgibt. Je schneller sie die Rufe nacheinander ausstößt, umso mehr Echos kann sie um sich herum hören und umso genauer weiß sie, was um sie herum passiert. Die Zwergfledermaus "sieht" also mit den Ohren! Das nennt man Echoortung.