Die Bänderschnecke

Aussehen:
Das Häuschen der Bänderschnecke kann viele verschiedene Farben haben: manche sind gelb, rosa oder rot, einige haben schwarze Bänder, andere nicht. Bei der ausgewachsenen weißmündigen Bänderschnecke ist der Rand des Gehäuses weiß, bei der schwarzmündigen Bänderschnecke dunkel. Erwachsene Tiere erkennst du daran, dass der Rand eine Verdickung hat. Man nennt dies Lippe.

Bild Bänderschnecke

Körperaufbau:
Die Bänderschnecke hat einen Kopf, einen Fuß und einen Eingeweidesack, der sich im Schneckenhaus verbirgt. Am Kopf sitzen zwei Fühlerpaare, die auch Tentakeln genannt werden. An den längeren oberen Fühlern sitzen die Augen, mit den unteren kürzeren Fühlern riecht und tastet die Schnecke. Die Bänderschnecke hat eine Raspelzunge (Radula). Sie ist mit vielen kleinen Zähnchen besetzt und sieht wie eine Küchenreibe aus. Mit ihr raspelt die Schnecke ihre Nahrung klein.


Lebensraum:
Die Bänderschnecke ist in West- und Mitteleuropa weit verbreitet. Du findest sie in Gärten und Parks, auf Friedhöfen, am grünen Wegesrand, aber auch in lichten Wäldern, Gebüschen und Hecken.
Fortbewegung

Unter dem Fuß der Bänderschnecke sitzen Schleimdrüsen. Der Schleim hilft der Schnecke sich mit ihrem muskulösen Fuß fortzubewegen.


Ernährung:
Die Bänderschnecke frisst welke Pflanzenteile und tote Tiere. Sie hilft so Humus zu bilden. Humus ist sehr guter Boden, auf dem wieder neue Pflanzen wachsen können. Im Gemüsebeet treibt sie sich nur relativ selten herum.


Fortpflanzung:
Bänderschnecken sind Zwitter. Sie haben sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsteile. So ist es für sie einfacher einen Partner zu finden, denn den brauchen sie – sich selbst befruchten können sie nicht. Von Mai bis August ist Paarungszeit. Treffen die Schnecken in dieser Zeit einen Partner so wird er betastet. Dann befruchtet die eine Schnecke die andere. Die Bänderschnecke gräbt für ihre Eier eine Höhle ins Erdreich und legt etwa 30-60 rund zwei Millimeter große milchig weiße Eier hinein. Nach zwei Wochen schlüpfen die Jungschnecken mit einem kleinen Schneckenhäuschen auf dem Rücken.


Alter:
Bänderschnecken können über acht Jahre alt werden.


Wissenswertes:
Wittert die Bänderschnecke Gefahr, dann zieht sie sich in ihr Schneckenhaus zurück. Auch wenn es im Sommer sehr trocken oder im Winter sehr kalt ist, verkriecht sie sich in ihr Häuschen.


Weißt du, was ein Schneckenkönig ist?
Ein Schneckenkönig ist eine Schnecke, die ein linksgewundenes Häuschen auf ihrem Rücken trägt. König ist sie deshalb, weil fast alle Schneckenhäuser rechtsgewunden sind und sie daher etwas ganz besonderes ist. Das wirst du feststellen, wenn du mehrere Schnecken sammelst und von oben auf ihr Schneckenhaus guckst. Wetten, dass sich alle Schneckenhäuser im Uhrzeigersinn drehen?! Es gibt natürlich einige Ausnahmen: So sind die hohen Schneckenhäuser der Schließmundschnecken linksgewunden. Früher waren Schneckenkönige sehr begehrt, weil sie so selten waren. Die Menschen dachten, dass eine linksgewundene Schnecke genauso wertvoll sein müsste wie ein Juwel.