Das Tagpfauenauge

Aussehen

Das Tagpfauenauge hat eine Flügelspannweite von fünf bis sechs Zentimetern. Es hat ein wunderschönes Muster auf seinen Flügeln: es leuchtet kräftig rostrot mit schwarzen, braunen und blauen Elementen. Auf jedem Flügel ist ein großer Fleck in Form eines Auges. Wenn man ganz genau hinsieht, kann man erkennen, dass seine Flügel aus kleinen Schuppen bestehen, die das aufregende Muster erzeugen. Zugeklappt sind die Flügel des Tagpfauenauges aber ganz schlicht braun.
Wenn das Tagpfauenauge noch eine Raupe ist, ist sie zu Beginn grüngelb. Mit der Zeit wird sie schwarz und bekommt weiße Punkte. Zusätzlich hat sie kleine Stacheln auf ihrem Körper.

Lebensraum

Das Tagpfauenauge lebt in Wiesen, Parks und lichten Wäldern. Man findet es sogar noch in einer Höhe von 2500 Metern. Überall in Europa und Asien ist es zu Hause, nur in Spanien und Skandinavien findet man es nicht.

Ernährung

Die Raupen des Tagpfauenauges ernähren sich nur von einer einzigen Pflanzenart, und das ist die Brennnessel. Wenn das Tagpfauenauge aber ein ausgewachsener Falter ist, ist es nicht mehr so wählerisch. Dann trinkt es mit seinem Rüssel den Nektar von mehr als 200 verschiedenen Pflanzenarten. Dabei trägt es, wie die Bienen, Pollen von einer zur anderen Blüte und bestäubt sie. Im Frühjahr findet es in Weiden, Schlehen und Löwenzahn seine Nahrung. Im Sommer liebt es vor allem rote und violette Blüten. Im Herbst kommen dann Spätblüher wie die Aster oder Efeu dazu und eine besondere Delikatesse – das Fallobst.

Fortpflanzung

Wenn es im Frühjahr wieder wärmer wird, beginnen die Tagpfauenaugen mit der Partnersuche. Das Weibchen legt seine befruchteten grünlichen Eier - ganze 50 bis 100 Stück auf einmal - direkt unter einem Brennnesselblatt ab.
Nach ein bis zwei Wochen, schlüpfen die Raupen und beginnen die Brennnesselblätter zu fressen. Während die Raupen immer größer werden, häuten sie sich mehrmals. Nach ungefähr dreißig Tagen, beginnen sie, sich zu verpuppen. Dazu hängen sie sich mit ihrem hinteren Bein an ein Blatt oder einen Ast. Nach spätestens zwei Tagen platzt ihre Raupenhaut von vorne bis hinten auf und man sieht die Puppe. Sie streift die Haut ab und bleibt dann um die zwanzig Tage völlig bewegungslos, bis der fertige Falter schlüpft.

Alter

Das Tagpfauenauge ist eine der wenigen Schmetterlingsarten, die überwintern kann. Dadurch kann es bis zu zwei Jahre alt werden!

Wusstest du schon…

… warum die Tagpfauenaugen dieses tolle Muster auf ihren Flügeln haben?
Das Muster soll an die Augen eines größeren Tieres erinnern und so die Feinde der Tagpfauenaugen abschrecken.